zürich liest

nach einer langen zeit unter der nebeldecke wählten wir den etwas längeren weg über den pfannenstil – und tatsächlich, mit genügend distanz zur stadt und etwas in der höhe, die sonne strahlte in wunderbarem herbstlicht.

somit gabs zuerst ein frühstück, und dann eine pause mit sonnenbad, um die vitamin d produktion anzuregen.

das licht war herrlich und die sonnenblumen strahlten mit den bunten wäldern um die wette.

kurz vor 14h stiegen wir ins tram ein, um endo anaconda und seinen walterfahrten zu lauschen. die tiefe stimme faszinierte – unzählige male auf cd singen gehört, und jetzt plötzlich in einem anderen rahmen am lesen.

die lesung beinhaltete auch ein weiteres highlight – sie fand nämlich im tram 4 statt und wir fuhren die neue zürich-west strecke vor ihrer offiziellen eröffnung. wobei die fahrt durch das eher brachliegende industriegebiet die frage aufwarf, ob es denn hier wirklich eine neue tramlinie braucht? bei 10 und 12 wurden immerhin grosse wohngebiete erschlossen und zusammengehängt.

die fahrt dauerte weniger lang als ursprünglich geplant, so dass wir es gerade noch schafften, die letzten plätze bei der 15h lesung von „dialektisch“ zu ergattern, eine sammlung der kolumnen aus dem tagesanzeiger, die schweizerdeutsche worte aufnimmt und ihre bedeutung im alltag aufzeigt.

die fenster im cabaret voltaire boten einen spannenden blick nach draussen, doch dies ist keine einseitige sichtweise.

danach schlenderten wir erstmal durch die stadt und genossen das herrliche wetter, welches mittlerweile auch in Zürich angekommen war.

und da in zürich ja die „occupy-bewegung“ aktiv ist, haben wir sogar einen aktivisten vor dem Postomat getroffen, der freundlicherweise für ein bild auf der besetzten bank posierte.

nach einer bratwurst nahmen wir in der buchhandlung orell füssli platz, auf dem podium 3 zürcher krimi autorinnen und ein vertreter der stadtpolizei, der die geschichten mit erfahrungen aus der praxis verglich, und die schwierigkeit, für autoren überhaupt zu erfahren, was denn die „richtige“ polizeiarbeit ausmacht.

mit zwei handsignierten krimis im gepäck machten wir uns auf den heimweg.