buchmesse – 1. tag

der tag begann mit einem flug nach leipzig – bei herrlichstem wetter den alpen entlang, fast wie bei einem alpenrundflug. richtung einsiedeln erkannte man gut den temperaturunterschied, denn während am zürichsee schon frühlingsstimmung herrscht, ist der einsiedlersee noch als eisfläche zu erkennen.

anschliessend bot sich ein herrlicher blick auf die churfirsten und irgendwie bekamen wir lust zum skifahren, doch das mussten wir wohl verschieben.

in leipzig angekommen, luden wir das gepäck im hotel am und gleich gins zur messe. die sonne durchflutete die glashalle und liess die farben richtig leuchten.

die messehalle war wunderbar gestaltet, auf der treppe sogar das messe-logo.

mit einem hot-dog bereiteten wir uns auf den ersten tag vor und wühlten uns durchs programm. als erste station stand das ard live forum auf der agenda, und da wir etwas früher als geplant dort waren, sahen wir gerade noch das gespräch von dieter moor mit marion brasch über ihr buch „ab jetzt ist ruhe“. eine frisch erzählte, spannende lebensgeschichte.

nachdem wir henryk m. broder schon öfters in seiner fernsehsendung gesehen hatten, waren wir gespannt auf die vorstellung seines buches „vergesst auschwitz!“. die aussagen stiessen auf den ersten blick eher auf kopfschütteln, doch mit etwas erläuterung durchaus clever. mit seinem buchtitel weist er darauf hin, dass wir weniger energien auf die analyse der vergangenheit verwenden sollten, sondern uns darauf fokussieren, dass solche ereignisse in der gegenwart vermieden werden und verweist auf die aktuelle situation in syrien, iran etc.

weil wir nun sitzplätze ergattert hatten, blieben wir gleich da und hörten den nächsten gästen zu, Peter Einsikat und Egon Bahr, die zusammen das Buch „Gedächtnislücken“ vorstellten. ein spannender dialog über die neuere deutsche geschichte.

in der halle 2 waren comics und kinderbücher zu finden, und da durfte der maulwurf nicht fehlen!

der fokus auf dem schwarzen sofa waren nicht lesungen, sondern zeichnungen und wir genossen unsere crepe, während ein finnischer comic zeichner gerade eine zeichnung erstellte.

Auf dem weg zum ausgang stolperten wir bei 3sat über ein gespräch mit dem ungarischen schriftsteller peter nadas, der mit seinem 1700 seitigen epos „parallelgschichten“ den übersetzungspreis gewonnen hatte. die übersetzerin hat gleich selbst ein Buch geschrieben „nadas lesen“, ca 400 seiten.

die sonne war schon am untergehen, als wir das messegelände voll neuer eindrücke verliessen, und die abendstimmung liess uns öfters auf den auslöser drücken.

die messehalle kam wunderschön zur geltung, insbesondere mit der spiegelglatten wasserfläche davor.

dann waren wir schon an der tramstation und fuhren in die stadt.

aus einem ausgedehnten abendessen wurde nichts, denn sehr viel zeit bis zu beginn der abendveranstaltung war nicht mehr. in der LVZ kuppel wohnten wir einer „deutschstunde“ bei, einem podiumsgespräch, unter anderem wieder mit henryk m. broder, der seine erkenntnisse auch in diesem umfeld spannend rüberbringen konnte. der zweite teil war eher etwas langweilig.

zu später stunde wanderten wir noch zur morizbastei und schafften es noch zur letzten leseschicht. benjamin maak und tobias „tube“ herre lasen aus ihren neuen büchern vor. tube herre ist von grund auf informatiker und übrigens in die geschichte eingegangen als erfinder des vuvuzelafilters. mit seinem buch „das fehlerchen“ hat er die matrix idee der vervielfältigung von mr. smith weitergespinnt, d.h. seine hauptfigur gibt es unzählige male, so dass sie auch mal sterben kann, ohne konsequenzen. benjamin maak las aus seinem zweiten roman „monster“ so lebendig vor, dass das ende viel zu schnell kam. Naja, wir haben jetzt zwei weitere, signierte bücher bei uns zum lesen.

was für ein start ins programm – hätte nie gedacht, dass es so viele spannende neue Bücher gibt und deren Autoren dann auch sichtbar sind.