herbstwoche im hasliberg

endlich habe ich es geschafft, mich für eine woche in den hasliberg zu verziehen. die woche begann sehr neblig und selbst am nachmittag kam die sonne nicht raus. interessanterweise trafen dani und ich bei unserem spaziergang um den badsee eine junge dame, die tatsächlich in dem kalten wasser badete – doch sie konnte uns trotz ihren beteuerungen nicht davon überzeugen es ihr gleich zu tun.

Am Dienstag wurde es schon richtig schön am Nachmittag. jane und dominique besuchten mama und wir machten uns auf den traditionellen weg nach reuti.

auf der brücke konnten wir das geländer als fotostativ benützen, so dass es ein gesamtgruppenbild gibt.

die vegetation blühte und wir sahen viele pilze, so dass ich einige charakteristische fotografierte, um zu sehen, ob ich sie daheim identifizieren könnte. auch sonst waren die wege in einem sehr schönen zustand.

von der reuti fuhren wir mit der bahn ins bidmi um von dort aus wieder heimzulaufen.

dank den angeregten gesprächen merkten wir kaum, wie schnell wir unterwegs waren.

wir wählten den schönen weg durch den wald und über die kuhweide.

das letzte stück bestach auch durch die schönen lichtspiele.

kurz vor „zu hause“ haben wir wunderbare fliegenpilze entdeckt. und nachdem ich im hinterkopf hatte, dass steinpilze die gesellschaft von fliegenpilzen mögen, habe ich die umliegenden pilze genauer angeschaut und mithilfe von bildern aus dem internet zu 90% als steinpilz identifiziert – also habe ich ihn mitgenommen.

kaum zeigte ich dani meine trophäe, motivierte er mich, an der gleichen stelle nochmals vorbeizugehen, ob es dort nicht noch mehr der delikatessen hatte. über mail war ich mit sven verbunden, der mir eine kurze einführung in die pilzkunde gab, so dass ich mit fünf weiteren pilzen heimkam.

spontan durfte ich meinen fund herrn ramseier zeigen, der anerkannte pilzexperte im hasliberg, der mir auch noch gleich einen koch-tip auf den weg gab. hier der steinpilz des anstosses in scheiben – perfekt in der form und ganz ohne wurmbefall oder sonstigen „schäden“.

nach der mischpilzpfanne gabs den höhepunkt: spaghetti mit steinpilzsteaks. so frisch hatte ich noch nie einen steinpilz gegessen und der geschmack war einmalig gut, die textur überhaupt nicht labrig.

Motiviert vom Fund am Mittwoch, machte ich mich am Freitag auf zu einer Wanderung. Aus der Gondelbahn sah ich schon riesige Fliegenpilze, so dass ich frohlockte. Aber nur im Wald rumstreunen war ja nicht ganz der Sinn der Sache, so dass ich durch die wunderbaren heidelbeerbüsche zum giebel wanderte.

das gipfelkreuz erreichte ich ohne grosse probleme und genoss die wunderbare fernsicht.

ich war nicht ganz alleine unterwegs, so dass ich einen fotografen für das gipfelbild hatte.

ich genoss die herrliche aussicht und den ungewohnten blickwinkel auf den brienzersee.

von hier sieht man auch den vollen lungernsee im herrlichen blau.

durch die heiden machte ich mich auf den rückweg, möglichst durch viel wald, doch das glück schien mir nicht hold – ich sah viele fliegenpilze, aber keine anderen röhrenpilze, dafür viele wanderer, die auch ausschau hielten nach den delikatessen des waldes.

in der hoffnung auf glück am gleichen ort ging ich zurück zu meinem anfängerglücksplatz. doch alles, was ich fand, war der indikator-fliegenpilz, der in den letzten zwei tagen gewachsen war und noch schöner aussah. ich kehrte ohne ausbeute zurück, doch ich war stolz, über fünf stunden alleine unterwegs gewesen zu sein in der schönen natur.