qaqortoq – montags ruhetag

wir erreichten qaqortoq nach etwas mehr als einer stunde bootsfahrt und suchten vergeblich nach dem im reiseführer beschriebenen kunstvollen kamin des kraftwerkes, fanden dafür die sicht auf die an den hang geklebten häuschen.

mit 24h aufenthalt war die zeit eher knapp bemessen und wir hatten einige punkte auf der liste. allerdings war die tourist info noch geschlossen bei unserer ankunft, so dass wir erst mal den fischmarkt suchten. wir waren erstaunlich schnell dort, und er war zwar ein traditioneller markt, bei dem die waren draussen feilgeboten wurden, aber auch eher übersichtlich – das angebot bestand hauptsächlich aus fisch, also keine robben oder so.

der fischmarkt schien jedoch das soziale zentrum zu sein, die herren genossen gemütlich ein schwätzchen auf der bank.

auf dem rückweg zur touristeninformation besuchten wir das museum. neben einer ausstellung über den fussballverein kissaviarsuk-33, kurz K-33, der schon mehrmals grönländischer meister wurde, besichtigten wir das blaue gästezimmer, in dem lindbergh wohnte, als er eine flugroute von amerika nach europa suchte. auch bekamen wir einen einblick in die wohnungseinrichtung eines traditionellen grönländischen torfhauses anfangs 20. jahrhundert.

das dorfzentrum bestand aus bunten häusern und die alte kirche direkt an den bach gebaut.

leider war sie abgeschlossen und der herr vom museum meinte mit einem lächeln, dass sie erst nächsten sonntag wieder geöffnet würde. aber wir könnten gerne in der touristeninfo den schlüssel abholen.

in der kirche stachen neben den kronleuchtern auch das segelschiff an der decke ins auge und die kerzenhalter an den kirchenbänken.

in der kirche ist das einzige fundstück des untergangs der Hans Hedtoft, einem schiff mit 95 menschen an bord. der rettungsring wurde 6 wochen später in island an land geschwemmt, ansonsten blieb das ganze schiff verschwunden.

in diesem zusammenhang hier noch das bild aus der bibel in grönländisch. die sprache hat eine spezielle grammatik, das hauptwort kommt an den anfang und die zusätzlichen Angaben, was getan wird und wer es tut wird mit endungen angehängt, so dass ein wort meist ein ganzer satz ist und somit eine herausforderung für die zeilenumbrüche.

eigentlich suchten wir ein café, wo wir noch etwas kuchen essen konnten. in unserer unterkunft, dem seemannsheim, feierte gerade der lokale sportklub K-33 sein 80 jähriges jubiläum. die schlange war sehr lange und der hotelbesitzer meinte, dass er noch nie so viele leute in seinem cafe gesehen hätte – es wären 350 personen kurz vorbeigekommen, anscheinend wirklich nur kurz einen kaffee getrunken und dann wieder weiter. also nutzten wir die gelegenheit, noch etwas im dorf rumzuschauen und zu sehen, dass die terassen und balkone definitiv intensiv genutzt werden.

auch in qaqortoq verleihen die wäscheleinen dem ort noch mehr farbe.

irgendwie gab es jedoch kein zentrum oder läden, die uns zum flanieren reizten, doch als fotomotive gefielen sie uns super.

in der post erstanden wir die letzten briefmarken und erkannten, dass es wohl keinen briefträger gibt, sondern nur postfächer – ist vor dem hintergrund der infrastruktur wahrscheinlich sinnvoller.

um 15:45 begann unsere führung durch „great greenland“, die staatliche fellverarbeitungsgesellschaft, die sämtliche felle von in grönland geschossenen tieren verarbeitet – einer der hauptgründe, weshalb wir nach qawortoq fuhren. die erwachsenen robben werden von 1600 jägern in grönland vor allem zum verzehr gejagt, das fell ist lediglich ein nebenprodukt. seit der markt für die felle zusammengebrochen ist, werden viele gar nicht mehr verarbeitet und die jäger haben einen massiven einkommensausfall. die führung war sehr spannend, allerdings waren wir nach feierabend unterwegs, so dass wir weniger sahen als erwartet. leider war fotografieren verboten, daher ein bild von der aussenansicht. aufgrund unserer frühen abfahrt am nächsten morgen war ich sehr enttäuscht, dass der fabrikladen bereits geschlossen war – wir hätten ja genügend zeit gehabt, vorher zu gehen, wenn wir dies gewusst hätten. doch wir bekamen die nachricht, dass am morgen bereits ab 7h jemand dort sein würde.

auch das in unserem reiseführer gelobte thai restaurant war montags geschlossen – immerhin war das haus von aussen schön anzusehen (insbesondere das strassenschild)

wir waren nicht wirklich überrascht, dass am abend das hauptrestaurant für eine geschlossene gesellschaft reserviert war und wir im einfacheren teil essen durften. beim blick auf den preisumterschied war uns dies im nachhinein durchaus recht und wir genossen das grönländische abschieds lamm.

zum abschied gönnten wir uns einen grönlandkaffee, dessen aufwändige zubereitung zum abschied das show element des brennenden grand marniers einsetzt.

knallgeräusche weckten unsere aufmerksamkeit auf dem heimweg – und wir sahen ein feuerwerk! aber irgendwie wirkt es auch südlich des polarkreises kurz vor mitternacht nicht so richtig. macht aber sicher genausoviel spass zum anzünden!

nach einem kurzen abstecher in den laden der fellfabrik (der war sogar offen) gings mit dem boot zurück durch den fjord nach narsarsuaq zum flughafen – die szenerie traumhaft, aber nicht einzufangen. dafür sahen wir akrobatikschafe.

durch die eisberge. und es war neblig – das todesurteil für den platz auf der festplatte. hier einige ausschnitte – und wer schon genügend bilder von eisbergen gesehen hat, kann hier aufhören zu lesen.

 

aus dem flieger warfen wir einen letzten blick auf die faszinierende landschaft – gletscher, die ins wasser münden und die daraus wachsenden eisberge – einfach herrlich.