naturtag und umsetzung des gelernten

der tag begann im tropenhaus in frutigen – es ist nicht nur für die exotischen pflanzen und früchte bekannt, sondern auch für die störzucht.

störbecken

wir interessierten uns aber mangels zeit vor allem für das frühstück im restaurant auf der etagére serviert.

frühstücksetagere

natürlich wollten wir auch ein produkt der lokalen störzucht probieren.

luxuszusatz

4g kaviar mit toastbrot als „vorspeise“ schmeckten herrlich – insbesondere vor dem hintergrund der lokalen und tierfreundlichen produktion.

kaviar aus der region

eine mini-banane von hauseigenen stauden durften wir auch probieren – wunderbar süss, am baum gereift – wir fühlten uns gleich wie in den ferien.

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als wir da so sassen, kam eine familie von mini-wachteln ins restaurant und fungierte als staubsauger.

miniwachteln

doch sie wurden kurz darauf wieder in den garten rausgescheucht, da im restaurant zu viele gefahren auf sie lauern, sie könnten zertreten werden oder sich irgendwo einklemmen.

miniwachtel

frisch gefrühstückt erreichten wir den treffpunkt zum pilzkurs. unser pilzinstruktor teilte die themen in standort-pflanzen, standorte und zeitliche indikatoren ein. zuerst zeigte er uns wie wir von weitem die bäume erkennen, in deren nähe sich die pilze wohl fühlen. von weitem zu sehen sind die eschen mit ihren geraden ästen, die ohne queräste nach oben verzweigen. wenn es dann noch die eine oder andere tanne dazwischen hat, sieht das von weitem schon mal gut aus.

baumreihe

etwas näher sieht man dann die kleineren sträucher, die auf einen passenden boden hinweisen. neben dem schwarzdorn, der erst die weissen blüten treibt und dann die blätter bildet, ist auch der weissdorn, der erst die blätter treibt und dann die weissen blüten wachsen, ein guter indikator. allerdings sollte der schwarzdorn vor dem weissdorn blühen, ansonsten war es zu frostig und das ist kein gutes zeichen. ein weiteres beispiel für einen standortindikator ist der liguster, ein ölbaumgewächs, der über seine wurzeln zucker ausstösst, was diese pilze mögen. aufgrund des günstigen preises wird er oft auch als zaun verwendet wird. wenn beispielsweise bei einer neuangelegten anlage noch mit holzschnipseln gearbeitet wurde, kann man auch vor einem supermarkt fündig werden.

liguster

die traubenkirsche erkennt man an den „kirschblättern“, den traubenartig angeordneten blüten und dem holz, welches querstreifen hat wie ein kirschbaum.

traubenkirsche

in den büchern wird oft auf auen als standort hingewiesen. auen gibt es in verschiedenen arten und ausprägungen. ein indikator ist der bärlauch oder andere bodenbegrünung. d.h. wo der boden mit bärlauch, anemonen, immergrün oder efeu überwachsen ist, lohnt es sich nach wegen ausschau zu halten oder einen blick unter die blätter zu werfen.

bärlauch

es ist nicht einfach, die pilze im untergrund zu erkennen, da ihre struktur sich extrem gut der umgebung anpasst und blätter des letzten jahres auch ganz ähnlich aussehen können. es gibt einjährige und mehrjährige standorte. die einmaligen sind bei holzschnitzeln, frischen sandhaufen (wobei die meist zu sandig sind, als dass man sie essen kann), frisch umgepflügten böden oder bei einer feuerstelle. die mehrjährigen sind beispielsweise unter einem haselstrauch, dort sollen sie jedes jahr pünktlich wachsen. in unseren höhen muss die natur viel schneller arbeiten, so dass die standortindikatoren eher das pestwurz sind – und wir freuen uns schon auf den spaziergang entlang des pestwurzhanges.

suchbild

die ausprägung der farbe des pilzes hängt von der umgebung ab. zeitg ein maushügel, dass es schwarze erde hat, so findet man die schwarze variante, ist die erde braun/grau eher die graue. im bärlauch haben sie einen grünstich, die gelbe variante kann auch beim löwenzahn in der wiese am waldrand wachsen – oder allgemein unter einem apfelbaum in waldrandnähe. für den startpunkt des wachsens gibt es verschiedene indikatoren. der eine ist der huflattich, der erste bärlauch und die anemonen – sobald sie aus dem boden kommen geht es los. für die grauen ist der haselstrauch der zuverlässigste zeitliche indikator: sobald die blättchen aus den knospen explodieren, lohnt sich der blick auf den boden. wenn der aronstab blüht, dann sind die gelben dran. der aron stab ist nur ein zeitlicher indikator für die nächste umgebung, er zeigt nicht den standort an (die gibt es ja überall). wir suchten dann den boden ab und fanden nichts – unser exkursionsleiter zeigte uns dann zwei ganz junge exemplare, die in den nächsten tagen noch wachsen werden.

jungpilze

wir kamen jeodch ohne pilze nach hause – nicht nur, weil es noch einige tage zu früh war, sondern auch weil man in gruppen keine pilze suchen darf. dafür ernteten wir bärlauch blätter und bärlauch knospen – ersteres wurde zu pesto verarbeitet, zweiteres blanchiert in essig eingelegt für das nächste raclette. den wilden nüsslisalat liessen wir dort (zu nahe am hundespazierweg), aber einige ganz frische lindenblätter würzten unseren salat. ein herrlicher ausflug in die natur und ein hinweis, dass wir uns wieder einmal intensiver mit den verschiedenen pflanzen in unserer umgebung auseinandersetzen sollten.

bärlauchernte

in unserer nahen umgebung wandten wir dann auch unser neuerworbenes wissen an – kaum zu glauben, dass wir einmal mehr auf dem kinderspielplatz den ersten fund machten, der uns bestätigte, dass wir am richtigen ort suchen. die exemplare waren wie aus dem bilderbuch – definitiv keine verwechslungsgefahr!

bilderbuch!

in unserer näheren umgebung gab es noch weitere fundorte, so dass wir auch nach unseren ferien in teneriffa noch fündiger wurden.

erfolg!

pasta mit pilzrahmsauce war dann öfters auf unserem menüplan – mal sehen, ob wir nächstes jahr auch wieder so viel glück haben.

gourmet dinner