openair literatur zürich

die eröffnungsveranstaltung mit john cleese von monty python war längst ausverkauft, als ich sie entdeckte. die teilnahme an der verlosung war der letzte hoffnungsschimmer. als am montag morgen dann die info kam, dass ich nicht gewonnen hatte, las ich die nachricht etwas genauer und sah voller freude, dass es eine „after hour“ gab, d.h. um 22:30 begann die zweite sitzung. ohne zu zögern reservierte ich das ticket und freute mich, dass andrea und uwe auch so spontan waren, mir einen platz freizuhalten. ich kam mit einiger verspätung, doch genoss jede minute des gespäachs. der tagesanzeiger hat einen film mit den highlights zusammengestellt. was fehlt, ist der hinweis, dass ein lemur nach ihm benannt wurde und dass man im alter immer weniger braucht. Die Kritik in der NZZ findet sich hier. Auf dem heimweg habe ich herrn cleese bei der ampel getroffen und mich bei ihm bedankt für die zusatzvorstellung, ich hätte es sehr genossen.

john cleese
schon tags darauf genossen wir die offizielle lesung von ruth schweikert, die ihr neustes buch vorstellte. mona vetsch adressierte im gespräch mit frau schweikert die themen des buches über die verflechtungen von verschiedenen familien über eine längere zeitspanne. einerseits ging es um die präsenz eines zu tode geschwiegenen themas, dass auch das abwesende da ist und die menschen und ihre beziehungen beeinflusst. andererseits geht es um die subjektive wahrnehmung von zeit, d.h. dass gewisse momente eine ewigkeit dauern, andererseits zehn jahre in zwei sätzen erzählt werden können. der vorgelesene ausschnitt illustrierte dies wunderbar.

ruth schweikert

in der pause spazierten wir in den gessler garten, ein erhöhter teil des alten botanischen gartens, wo alte pflanzen und ihre erwähnung in medizinbüchern, die mariendistel ist beispielsweise gut gegen einen blöden magen.

botanischer garten

von dort hat man auch einen tollen blick auf den veranstaltungsort – im glaspavillion war die bar und rechts davon die stuhlreihen.

blick von oben

am freitag abend lauschten wir sven regener, wie er aus einem unvollendeten roman von kafka las. nicht nur der text war witzig, auch wie sven regener vorlas – mit vollem körpereinsatz, er schlüpfte richtig in die figuren.

sven regener

in der pause gabs noch ein bild vom haus, das aufgrund der spiegelnden fenster im himmel unterging.

abendstimmung

nach der pause hörten wir weiter von den abenteuern auf dem schiff und der ankunft in amerika – eigentlich schade, dass wir nicht wissen, welches ende herr kafka für seinen helden vorhersah. immerhin wurden die romanfragmente nach seinem tod nicht vernichtet, wie er es verfügte.

kafka in der dunkelheit

für die lesung am samstag buchten wir das kulturmenü im kaufleuten – die kreationen des neuen kochs wollten wir sowieso mal ausprobieren. und mit julia, andrea und uwe war es die perfekte einstimmung auf den abend. der anfang machte das rindstatar.

rindstatar

der rotbarsch war wunderschön angerichtet und die sauce bewies eine geschmacksvielfalt.

rotbarsch

der schokoladenkuchen überzeugte mehr durch die präsentation und das sorbet – ansonsten war das urteil einstimmig, dass der von mama besser schmeckt.

schokoladenkuchen

der hauptgast des abend, wladimir kaminer, kam verspätet so dass es eine vorgruppe gab. drei wunderbare lieder aus südafrika.

vorprogramm aus südafrika

herr kaminer nahm den veranstaltungsort „garten“ zum thema und erzählte von seinen erlebnissen als russisch-deutscher in einer schrebergartenkolonie – wir genossen die schön formulierten beobachtungen und dass wir manchmals den spiegel vorgehalten bekamen, ein erfrischender perspektivenwechsel.

wladimir kaminer