frisch auf der messe

Die tramfahrt dauert dann doch immer länger als erwartet, so dass wir für den Auftakt beim Deutschlandradio knapp zu spät waren, aber doch noch einige gesprächspartner sahen. jan weiler war kurz da mit seinem pubertier – sehr unterhaltsam und lässig, wir hätten gerne länger zugehört, doch sein fenster war nur sehr kurz.jan weilerDie slampoetin zoe hagen las einen kurzen text für ihren bruder und anschließend kamen die beiden hiphopper „natürlich blond“ aus münchen, die beim anblick des eher älteren Publikums ein grinsen auf den stockzähnen nicht verkneifen konnten.

slam am morgenhorst evers hat nur zwei auftritte an der buchmesse, also stellten wir sicher, dass wir den einen sahen. er stellte seinen neuen roman vor, der in der zukunft spielt und er beim zusammenfassen der geschichte selbst lachend zugab, dass es sich so auf den ersten blick etwas absurd anhöre. ein buch auf unserer wunschliste – fürs autogramm hatten wir sogar ein altes dabei.

hosrt eversdenis schecks „druckfrisch“ ist bei uns zu beginn der messe ein fester programmpunkt. seine fähigkeit, im schnelldurchlauf die besten neuerscheinungen zu rezensieren, haut uns immer wieder fast vom hocker. mit kurzen ausschnitten illustriert er seine punkte, sei es die beurteilung von milka schokolade aus  dem fachbuch „schokolade – ein standard werk“ oder ein gedicht von jan wagner.  Er warnt bei dieser gelegenheit auch vor büchern, was sehr hilfreich ist. Sein lieblingssatz in diesem jahr sei von heinz strunk: „Ich habe so einen hunger, dass ich vor lauter durst nicht weiss, was ich rauchen soll.“

druckfrischdie LVZ Arena hat auch immer eine sehr gute gästeliste. Bei howard carpendale war das publikum doch etwas gesetzter und verliess gleich nach dem gespräch die plätze –  beim anstehen für die Autogramme schien fast ein krieg auszubrechen.

howard!!!!dafür hatten wir dann plätze für das Gespräch mit bastian pastewka und chris geletnesky bei der lesung fiel die Entscheidung schnell, dass uns das hörbuch sicher gefallen würde.

LVZ arenaDies erstanden wir natürlich mit unterschrift. Nachdem die meisten mädels nur ein foto mit dem hörbuchsprecher pastewka anstrebten, war ich froh, dass für das foto mit daniel  auch der autor des buches draufsprang.

midlife cowboysThomas galli, ein ehemaliger leiter einer justizvollzugsanstalt vertrat die spannende these, dass gefängnisse der gesellschaft mehr schaden als nutzen. Verbrecher, die der allgemeinheit nicht gefährlich werden, würden durch den gefängnisaufenthalt und die nachträgliche integration die gesellschaft viel mehr kosten (bzw. strafen), als dass sie selbstgestraft würden. eine sehr spannende these, da mit dem erhalt der arbeitskraft die täter auch angerichtete schäden viel besser wieder „reparieren“ könnten, da sie mehr verdienten als im gefängnis.

thomas galliEin kindheitstraum wurde bei der Lesung von frederica de cesco wahr – ich habe ihre bücher verschlungen, doch die jugendromane sagen mir bedeutend mehr zu als die für die erwachsenen. sie versprühte eine unglaubliche energie, doch hätten wir uns eine gute moderatorin gewünscht, die uns mit fragen die autorin näher gebracht hätte.

frederica de cescoDanach war es zeit, richtung stadt zu gehen, die glashalle war schon schön beleuchtet.

glashalle

auf dem weg nach draussen sahen wir noch heinz strunk auf dem blauen sofa.

heinz strunkWir warfen den rucksack im hotel ab und machten uns beim schönsten abendlicht auf richtung albertina Bibliothek. Dort trafen wir gabi und horst. Da wir bedeutend zu früh da waren, hatten wir noch zeit, und unzusehen.

albertina treppenhausIn einer spezialausstellung wurden illustrierte bücher aus dem 15.jahrhundert gezeigt. Die illustrationen waren wunderbar und im text waren schon da rote linien unter einigen wörtern – sah fast aus wie die autokorrektur im word. kaum zu glauben, wie damals die bücher noch von hand kopiert wurden.

bibelDie Veranstaltung „otto mopst“ wurde vom lektor von ernst jandel, herrn klaus sieblewski präsentiert. Mit originalen ton aufnahmen von herrn jandel illustrierte herr sieblewski die schwierigkeit, die gedichte auf papier zu bringen. Er gab einen einblick in die arbeit mit dem autor. Seine notitzen zu telefongesprächen mit ernst jandl zeigten, dass nicht nur die gedichte etwas konfus scheinen.

otto mopstAnschliessend freuten wir uns über die frische luft auf dem weg zur moritzbastei, zum lesefestival L3 – der langen Leipziger lesenacht. Gestärkt begaben wir uns in die veranstaltungstonne – statt lange auf die namen zu achten, entschieden wir uns einfach für die veranstaltungstonne, dort gefiel uns in den letzten jahren der Moderator so gut. Wir blieben einfach sitzen für die nächste lesung, wobei ich nicht ganz durchhielt – dani hat dann auch noch ahne gehört, ein autor aus berlin, den wir jeweils gerne hören. ein voller erster tag.veranstaltungstonne