vom jungfraujoch zur konkordia hütte

schon lange träumten wir von einer wanderung auf dem gletscher – endlich war es soweit! früh morgens stiegen wir bei interlaken in den zug richtung lauterbrunnen und von dort hoch zur kleinen scheidegg. mit zunehmender höhe wurde die aussicht schöner.

lauterbrunnenso früh am morgen waren wir doch noch etwas müde, trotz des herrlichen panoramas.

aufwachen!der zug stoppte unvermittelt und nachdem der lokführer und die zugbegleitung die kühe von den gleisen verjagten, ging es auch weiter.

kühe auf dem gleisdie japanischen touristengruppen machten gerade das gruppenbild mit bernhardiner

Gruppenbild mit bernhardinerim reservierten abteil trafen wir auf unsere tourengruppe. die kühe grasten auf frisch verschneiten wiesen.

schneekühebeim eigerfenster blickten wir auf die imposante wand mit dem blick ins tal bzw. auf die schyinige platte, wo wir vor einigen tagen waren.

eigerfensterdas fenster zum eismeer liess uns mitten in den gletscher sitzen.

Eisfeldauf dem jungfraujoch hatten wir noch etwas zeit für den besuch auf der plattform der sphinx, wo die dohlen sich hübsch in position setzten und wir den gesamten geplanten weg voller vorfreude überblicken konnten.

jungfraujochdann gings los. beat, unser bergführer seilte uns an.

anseilen!wir stapften durch den frischen schnee auf den gletscher, zu beginn noch auf der spur des ratrak.

seilschaftdann gings über einen hügel hinaus auf den gletscher, ins abenteuer.

und raus gehts!der frische schnee erschwerte die wanderung, doch das panorama war unbeschreiblich. weit, ganz weit vorne konnten wir schon das tagesziel, die konkordia hütte, sehen.

weiter gehts!durch den frischen schnee waren die gletscherspalten relativ schlecht sichtbar, die besten indikatoren waren die spuren der vorgruppen, die halt in einem loch mündeten. wir liefen am seil, gerade zu beginn war es sehr ungewohnt, dass wir nicht das tempo bzw. den abstand selbst bestimmen konnten.

seilschaftwenn einer aus der seilschaft stehen blieb, hatte es einen einfluss auf die gesamte gruppe.

auf dem gletschernach dem ersten stück nach unten wurde es flacher und der frische schnee war weg, die struktur des gletschers kam viel besser hervor.

seilschaftauf dem „konkordiaplatz“ fliessen zwei gletscher zusammen und man steht auf einer unglaublichen eisfläche, begrenzt von bergen in alle richtungen. hier der blick zur lötschenlücke mit der hollandia hütte – auch eine mögliche mehrtageswanderung.

gletscher anschliessend näherten wir uns der moräne, die man von oben gut als schwarzen strich sehen kann entlang dem gesamten gletscher. von nahem sieht es viel kleiner aus und die charakteristische form ist nicht erkennbar.

wanderungauf der moräne gab es dann eine pause. auch hier konnten wir aus sicherheitsgründen das seil nicht abschnallen, so dass es nicht ganz enfach war, fotos zu machen und die einmalige landschaft einzufangen.

ausblickje weiter wir nach unten liefen, desto weniger frischen schnee gabs und desto mehr konnten wir sehen, wie der gletscher unter der sonne litt.

hollandia hütteauf der oberfläche suchten sich kleine bäche mit schmelzwasser den weg nach unten und das wärmere wasser setzt dem eis gleich noch mehr zu.

schmelzwasserfür uns bedeutete dies neben den gletscherspalten weitere herausforderungen beim laufen – glücklicherweise blieben unsere füsse trocken.
pausedie fliessgeschwindigkeit war faszinierend.

schmelzwasserdann näherten wir uns dem tagesziel und liefen zum rand des gletschers.

ziel im blickum zur konkordia hütte zu gelangen, mussten wir von der mitte des gletschers an den rand. dort sind grosse steine, die von weitem als die schwarzen streifen sichtbar sind. von nahem erkennt man, dass dies sogenannte gletschertische sind. gletschertischgletschertische entstehen beim abschmelzen des gletschers, da die grossen steine schatten werfen und somit das eis unter dem stein langsamer schmilzt als rundherum – so hebt sich der stein.  gletschertisch die formen sind vielfältig und ich hätte stundenlang rumklettern und fotografieren können.

gletschertischdoch die seilschaft lief vorwärts und wir wurden mitgezogen. der gletscher war kaum mehr sichtbar, komplett mit schutt bedeckt. die gletschertische zeigten jedoch, dass wir noch immer auf eis liefen.

treppendas letzte stück vor der leiter zur hütte bestand in der überquerung des geröllfelds, welches sich seitlich am gletscher befand.

treppe nach obendie sich jährlich verändernde landschaft bedarf immer wieder neuer wege für die wanderer –  die schmale metallbrücke führte über eine kleine schlucht bis zum fuss der leiter hoch zur hütte.

wackligdie leiter war komplett aus gitter und ging der wand entlang steil hoch und war oft frei schwebend, d.h. nicht ganz am fels.

stägeli uf, stägeli ab – für mich mit der höhenangst eine ziemliche herausforderung, so dass ich froh war, oben anzukommen.

fast geschafftdie konkordiahütte war erstaunlich gross und es hatte sehr viele gäste.

konkordiahütteals erstes liessen wir die wanderschuhe in der sonne trocknen und machten uns mit der kamera auf den weg, die gegend zu erkunden.

IMG_0676der gletscher war nun wieder in weiter ferne – kaum zu glauben, dass das eis einmal bis hier hoch gereicht hat.

angekommen!von der terrasse der konkordiahütte sahen wir unseren startpunkt vom morgen, das jungfrau joch.

rückblickin die andere richtung sahen wir den weg des morgigen tages – quer über den gletscher.

vorausblick auf dem kompost hinter der hütte hatte ein murmeltier ein paradies gefunden – und nahm dafür auch die klickenden fotoaparate und winkenden touristen in kauf.

komposthaufen mit murmeltierdann setzte sichd as murmeltier noch schön auf den felsen vor dem gletscher, dessen struktur aus der distanz schön zur geltung kam – kaum zu glauben, dass wir über diese spalten liefen!

murmeltieraus unserem zimmer hatten wir einen wunderbaren blick auf den gletscher. nachtquartierwährend des sonnenuntergangs spazierten wir nochmals um die hütte und genossen den traumhaften blick. wir schliefen schnell ein und glücklicherweise wachte dani um 3h auf, so dass wir die sternschnuppen dieser nacht aus dem zimmerfenster beobachten konnten.  sonnenuntergang