sächsische und böhmische schweiz – dreiländertag

nach dem reichhaltigen frühstück mit musikalischer begleitung bei gabi und horst machten wir uns auf den weg nach osten.

frühstückwir benerkten, dass wir wirklich zu wenig zeit in die vorbereitung investierten, hatten wir nicht mal unseren tollen strassenatlas dabei oder ein genaues ziel. so suchten wir hübsche strässchen, unter anderem die kirnitzschtalstrasse, wo die kirnitzschtalbahn fährt.

tramich war durchaus etwas irritiert, als sie uns entgegen kam.

gegenverkehrdie strasse führt wie durch eine andere welt. bei einem kleinen wasserfall hielten wir an um fotos zu machen. etwas weiter vorne sahen wir dann noch den lichtenhainer wasserfall, der bereits 1830 für die touristische attraktivität künstlich aufgebaut wurde, da der bach ansonsten weniger spektakulär in die kirnitzsch geflossen wäre.

wasserfallwir fuhren noch etwas weiter durch die gegend und entschieden uns für das berghotel bastei als nachtlager, das gleich beim eingang zur bastei liegt – man sollte sich ja auch etwas verwöhnen. das navi zeigte uns einen anderen weg an, als wir gewählt hätten und so folgten wir der ansage nach stadt wehlen direkt an der elbe. die strasse nach osten hatte zwar ein schild, dass nur hotelgäste dort entlang fahren dürften, doch das waren wir ja in einer gewissen weise auch. im schrittempo fuhren wir durch die spaziergänger und entschuldigten uns bei jeder begegnung, bis wir zu einem parkplatz kamen, wo es wirklich nicht mehr weiter ging.

sackgassezugegeben, von da hatten wir einen tollen blick auf stadt wehlen (schon etwas klein für eine stadt…)

stadt wehlennach einem kurzen blick, ob die pension (und das restaurant) tatsächlich geschlossen war, machten wir uns wieder auf den rückweg und es war schon etwas peinlich, da wir wieder die gleichen fussgänger störten wie auf dem hinweg…

sackgassebeim abendessen im panoramarestaurant hatten wir einen tollen blick, allerdings war es schon so spät, dass es fotografisch nicht festzuhalten war. kurz vor dem sonnenaufgang weckte mich dani und scheuchte mich aus dem bett. mein unmut verflog, als ich sah, wie nahe wir bei den felsen waren. ausser einem fotografen aus kassel und seinem sohn waren wir die einzigen besucher. es wurmte uns gerade nochmals, dass wir den sonnenuntergang nicht hier genosen.

einschnittedie felsformationen waren noch immer beeindruckend, und auch das bewusstsein, wie lange diese schon besucher anziehen.

basteidie prägnanten felsen dienten als ideale fotokulisse – heute wie schon vor mehreren jahrzehnten.

wunderbarer platzein überlebenskünstler am berg – beim hochformat-foto sieht man noch eindrucksvoller, wie weit es nach unten geht – definitiv ein schwindelfreier baum.

felsender blick ins elbtal von hier oben war überwältigend.

überblickdie bäume bildeten spannende rahmen fürs bild. hier mit blick auf stadt wehlen, wo wir gestern nachmittag kurz vorbeifuhren.

elbschlaufedie andere richtung öffnete den blick nach rathen und bereits um diese zeit war die fähre schon in betrieb.

elbewir nahmen uns vor, bald wiedereinmal zeit hier zu verbringen, jedoch mit etwas mehr zeit, um die schönen wanderwege zu erkunden.

basteibeim frühstück hatten wir leider nicht einen ganz so tollen ausblick, wie wir ihn am abend gehabt hätten, doch so konzentrierten wir uns mehr auf unsere teller. nach kurzer zeit erreichten wir die tschechische grenze. ich war noch nie mit dem eigenen auto in tschechien.

grenzein der werbebroschüre über das dreiländereck wurden spezielle häuser der gegend erwähnt, die umgebindehäuser sind eine mischung zwischen slavischem blockhaus und fachwerk. In lipová, gleich hinter der grenze sei ein besonders schönes, renoviertes exemplar, welches besucht werden könne.

böhmische dörfer zielsicher führte uns das navi an den platz und das museum war offen. Die freundliche dame öffnete die türe zum museum mit alltagsgegenständen aus vergangener zeit, es erinnerte uns an das heimatmuseum von sepp, chrigis vater. Ein besonders auffälliges ausstellungsstück war das lehrmittel der steinnussknopffabrik, welches die verschiedenen schritte bei der herstellung der knöpfe zeigte. Interessanterweise wuchsen die steinnüsse nicht in der umgebung, sondern wurden aus brasilien importiert.

knöpfewir fragten, wo man noch weitere solche häuser sehen könne. die dame schaute uns etwas verwirrt an, und meinte „überall“. das half uns nicht besonders viel weiter und wir fuhren los richtung rumburk, wo es eine schöne strasse geben soll. schon auf dem weg dahin, sahen wir einige häuser, die als umgebindehaus durchgehen könnten, waren uns aber noch nicht so sicher. von weitem sahen wir eine zerfallene fabrik, und fuhren näher hin, vielleicht ein spanndeder „lost place“ zum fotografieren? Doch bei näherem hinsehen war sie dann gar nicht so speziell und wir fuhren weiter.

lost placedoch kaum waren wir von der hauptstrasse weg, sahen wir, dass fast jedes zweite haus ein solches umgebindehaus war, teilweise mehr oder weniger schön renoviert.

traditionelles hauswir genossen die fahrt durch die kleinen dörfer und erreichten rumburk viel zu schnell. Dort gönnten wir uns einen kaffee und kuchen auf dem marktplatz, gegenüber der schönen häuserfassade. anschliessend fuhren wir zur smilovskeho strasse, die links und rechts von der speziellen hausart gesäumt war.

böhmisches dorfobwohl alle häuser zum gleichen typ gehören, sind sie sehr unterschiedlich gebaut und wir genossen die vielseitigen häuser.

umgebindehausvia deutschland fuhren wir auf meinen spezifischen wunsch nach polen. das navi führte uns über eine strasse an einem tagebau vorbei. Die war gespickt mit schlaglöchern. auf dem navi zeigte google stau an, der jedoch nur daher rührte, dass der verkehr aufgrund der schlaglöcher runterbremste.

polnische strassewir hielten kurz an und schauten uns die sache aus der nähe an. das loch des tagbaus war riesig – wir konnten kaum die andere seite sehen.

tagebauam ende der strasse fuhren wir an einem grossen kohle-kraftwerk vorbei. ein neuer kühlturm wurde gerade gebaut, ein bestehender war mit einer riesigen sonne bemalt.

polenkurz vor görlitz sahen wir ein einladendes gasthaus und ich bekam meinen jurek und daniel sein bier – von den 150 złoty, die ich noch von zu hause mitbrachte, brauchten wir nur 36. Im hofladen nebenan deckten wir uns mit getrockneten steinpilzen, wildschweinpastete und wurst ein. görlitz erreichten wir anschliessend gut genährt ohne probleme.

jurek