sonntag an der messe

schneller als sonst waren wir an der messe und sassen bereit in der leeren lvz autoren arena für tom pauls, doch dieser sass im stau fest und eine andere lesung wurde vorgeholt. die erzählung, die im alten griechenland angesiedelt war, begeisterte uns nicht sonderlich, so dass wir uns sehr freuten, dass jan weiler schon früher vor ort war und länger über sein neues buch „kühn hat ärger“ sprach. Wie immer war es eine freude, ihm zuzuhören, wie er über seine liebe zu menschen sprach.

jan weiler sascha lange sprach über sein neues buch „behind the wall“ über die depeche mode fan-kultur in der ddr. durch die beschränkten mittel war kreativität gefragt und alte lederjacken wurden gepimpt oder megaphone abgeschraubt. im frühling 1988 entstand ein bild mit zwei herren im blaumann, die megaphone abschrauben. popkultur vereint unpolitisch menschen aus allen schichten und bereichen.

depeche modejulius fischer las aus seinem neuen buch „ich hasse menschen“ seine pointierten texte und beobachtungen an der lesebühne der jungen verlage.

julius fischerhans modrow feierte im januar seinen 90. geburtstag und wurde von den botschaftern von nord und südkorea besucht und es gab ein gemeinsames bild. empfang. er kämpft momentan dafür, seine akte vom bundesnachrichtendienst einsehen darf. obwohl es viele akten vom brd geheimdienst gibt, hat kein anderer akteneinsicht eingeklagt. (bildlos) wir konnten uns an diesem tag auch noch zeit nehmen, beim steidl verlag vorbeizuschauen. natürlich gabs das traditionelle bild mit henry leutwylers buch.

balletauch in diesem jahr hatte der steidl verlag eine ausstellung, dieses mal die herstellung eines buches. die buchseiten waren im weltformat einzeln auf karton gedruckt, so dass man problemlos darin lesen konnte.

buch in grossformatfelicitas hoppe hat mit ihrem roman prawda eine usa reise auf den spuren von den russischen autoren ilf und petrow festgehalten. sie berichtet sehr differenziert über ihre erlebnisse und entwicklungen seit der reise der schriftsteller. als tourist kommt man an das wirkliche leben kaum heran, vieles wird gezeigt, doch wie auch in nordkorea nicht die schlechten seiten, sondern nur, worauf man stolz ist. die mischung von fiktion und wirklichkeit macht den bericht zum roman. dann war die messe einmal mehr viel zu schnell vorbei und wir machten uns auf den heimweg.

messe - bis zum nächsten jahr!