taj mahal

der transfer zum hotel in agra war schon eine kleine herausforderung, da unser hotel sich in der autofreien zone befand. und mit dem ganzen gepäck schafften wir es nicht in eine riksah oder ein elektro-tuktuk, so dass wir dann dem pferdewagen den vorzug gaben. das staatliche hotel hat eine wiese, von der man den taj gut sehen kann – und von nicht hotelgästen verlangen sie knapp einen drittel des eintrittspreises zum taj selbst. dafür haben sie einen pfau, der indische nationalvogel, der schön aufs bild kommt.

zum abendessen machten wir uns auf ins vom reiseführer als sehr lebhaft angepriesene quartier gleich ausserhalb der tore des taj. auf dem weg dahin schüttelten wir mindestens 15 souvenirverkäufer ab und waren doch etwas überrascht ab dem zustand der strassen, häuser, müllentsorgung (verbrennen auf der strasse) und kanalisation (offen, inkl. geruchskulisse) und fragten uns, wo denn die gelder hinfliessen, die durch die sehenswürdigkeit um die ecke, erwirtschaftet werden.

in der überall erwähnten shanti lodge genossen wir auf der terasse das abendessen und den sonnenuntergang mit unbezahlbarer aussicht – so konnten wir das farbenspiel des marmors mitverfolgen. die unterkunft selbst überzeugte jedoch nicht so und wir waren froh, dass wir uns ein etwas teurerers und ruhigeres hotel leisteten.

am anderen morgen liessen wir uns vom regen nicht abschrecken und waren fast pünktlich zum sonnenaufgang beim eingang – zwar nicht die ersten, aber noch vor der ankunft der touristenströme.

in der mitte des gartens, beim sogenannten «Prinzessin Diana Bänkchen», gabs eine erste fotopause. zufälligerweise konnten wir unsere freundlichen tischnachbarn von der aussichtsterasse am abend vorher gleich als fotografen einsetzen. dabei erzählten sie noch, dass sie eine eher unruhige nacht hinter sich hätten. sie hätten nicht nur gegessen in dem hotel, sondern auch dort übernachtet, als sie mitten in der nacht geweckt wurden und aufgrund eines feuers im hotel sofort ihr zimmer räumen mussten und umquartiert wurden. und nachdem wir tags zuvor die engen treppen gesehen hatten, waren wir eher überrascht, dass die evakuierung geklappt hat und wir waren nocheinmal froh, hatten wir uns für eine etwas bessere unterkunft entschieden.

etwas weiter vorne hat uns der regen bereits die gute laune verdorben – verpassten wir doch so das sagenumwobene farbenspiel des marmors in der aufgehenden sonne. der gedanke, dass indien vom monsun lebt liess es uns dann von der positiven seite sehen und so nahmen wir uns zeit für einige spielerische bilder mit dem monument.

zu glück hatte es nicht übermässig viele andere besucher, so dass wir uns dem gebäude langsam nähern konnten und erste versuche starteten, die eindrücke fotografisch festzuhalten, was gar nicht so einfach war.

die gesamten verzierungen waren nicht aufgemalt sondern aufwändigte intarsien im marmor, auch die inschriften um die verschiedenen eingangstore. dies vor allem angesichts der kurzen bauzeit von ca 20 jahren und mit 20’000 arbeitern imposant ist.

die schriften um die bögen wurden nach oben gestreckt, damit sie von unten gesehen alle die gleiche höhe haben – und das wurde ganz ohne photoshop berechnet im 17. Jahrhundert.

die symetrie des gebäudes ist aus jedem blickwinkel wieder hergestellt.

und nachdem die regenwolken sich etwas verzogen, war es auch einfacher, fotos zu schiessen, da nicht nach jeder aufnahme die linse wieder von regentropfen befreit werden musste.

die strukturen des gebäudes und der minarette zeigten sich immer wieder in neuen kombinationen und facetten.

da uns bisher das klassische taj-bild fehlte, bemühten wir auf dem weg nach draussen  nochmals einen fotografen, der uns mit dem gebäude ablichtete – aus einer etwas unkonventionelleren perspektive.

unerwarteterweise, gerade als wir das gelände verlassen wollten, konnten wir noch sicherstellen, dass wir auch das klassiche taj mahal foto fürs Album hatten. (nein, es ist nicht vor einer fotowand!)

eigentlich hatten wir uns ja ein streifenhörnchenfotoverbot auferlegt – denn sie waren überall zu sehen und immer total süss und fotogen, aber wir erachteten nach einer langen diskussion 70 bilder als ausreichend. doch dieses exemplar positionierte sich so schön mit dem eingangstor zum taj im hintergrund, dass die ausnahmeaufnahme einstimmig und rechtzeitig genehmigt wurde.