alltag in indien

geschäftlich waren wir für eine woche in delhi und gleich am ersten tag gabs ein bombenattentat sowie ein erdbeben, die es gar nicht in die schweizer zeitungen geschafft hatten – trotzdem habe ich sicherheitshalber die «mir geht es gut» nachrichten rausgelassen. am freitag mittag machten dave und ich uns auf den weg nach agra mit einem fahrer. es regnete und anstatt 3 stunden dauerte die fahrt um die 5 stunden, da die strassen an verschiedenen stellen überspült waren und damit staus entstanden.

auf den ersten blick sind die exotisch dekorierten und bemalten lastwagen eine augenweide, doch beim geneueren hinsehen kann sogar ich als laie die sicherheitsrisiken erkennen, z.b. bei den reifen ist nicht nur das profil weg, sondern man kann schon das gewebe unter dem gummi sehen – insofern eigentlich gut, dass es nur so langsam vorwärts geht – und beim regen gleich nochmals langsamer.

fasziniert beobachteten wir das leben an der strassenseite, das draussen stattfindet – ein friseur stellt seinen friseurstuhl an den strassenrand und schneidet den kunden die haare, unzählige auto/tucktuck reparatur plätze, geschäftigkeit an jeder ecke.

in der altstadt von agra ist auch an jeder ecke geschäftiges treiben – oft frage ich mich, ob die ganzen händler überhaupt etwas verkaufen.

im hotel wurden gerade die fenster geputzt – die fensterputzer waren an seilen angegurtet und schwenkten von einer seite zur anderen. Sieht auf jeden fall dynamischer aus mit den «aussenlifts».

faszinerend waren wie immer die vielfältigen verkehrsteilnehmer von 2- unzähligen rädern…

…oder 4 füssen.

alles scheint im auf- und umbau – die strasse war auf der ganzen strecke von häusern gesäumt – in verschiedenen formen, farben und baustadien.

noch nicht ganz klar war uns, wie die strassenreparaturen koordiniert werden, doch immerhin sahen wir, dass die schlaglöcher ausgebessert werden: mitten auf der kreuzung wurden die steine abgeladen und der eine arbeiter zerkleinert die steine um das schlagloch zu füllen, während der polizist den verkehr rundherum lenkt – absperrung scheint nicht nötig zu sein, bzw. den verkehr nur noch mehr zu behindern.

auf grossen kreuzungen wurde der verkehr von verkehrslotsen geregelt, wie bei uns in erhöhten verkehrsständen. allerdings bin ich nicht ganz sicher, was ich davon halten soll, dass die alle mit werbung für spitäler zugeklebt sind.

die mittelstreifen (oder die rettungsinseln für die fussgänger, die das überqueren der mehrspurigen strasse überstanden haben), mit gras bewachsen, stellen eine gesunde weidefläche für die zahlreichen kühe dar – definitiv bekömmlicher als plastiktüten oder sonstiger abfall.

die autofahrt war wie ein endloses suchbild und wir waren ein teil davon – so viele details gabs zu sehen, dass wir nicht immer folgen konnten. zurück blieb die faszination, wie dieses riesige, bevölkerungsreiche land überhaupt funktionnieren kann.