samstags an der buchmesse

Der start in den tag begann mit einem Frühstück mit erna – es war eine riesige freude, dass wir uns nach 30 jahren ohne viele worte so vertraut und auf einer wellenlänge waren.

frühstück!Nach dem frühstück machten wir ums gleich auf den weg zum schweizer stand – vor lauter leuten wählten wir den weg aussenrum und kamen gerade pünktlich an – 2 min nach fabian. nach der lesung sprachen wir noch mit fabian und connie, wir hatten uns ja schon lange nicht mehr gesehen. fabianjuli zeh bei der lvz – roman aus einem dorf in brandenburg, wo ein windkraftwerk gebaut werden soll. Jedes kapitel ist aus der Perspektive eines anderen dorfbewohners geschrieben. Es war einfacher, als es zwei klare blöcke gab, dass man sich positionieren konnte, sobald das aufgebrochen wird, ist es schwieger – statt raum für freiheit und innovation kommt die angst und der Egoismus. Dorf spiegelt die gesellschaft

juli zehJan böttcher haben wir bereits in der moritzbastei lesen gehört, von dem her war das gespräch sehr interessant, auch dass die figuren nicht unbedingt sympathisch sein müssen. anschliessend war vince ebert zu gast. er ist physiker und sein neustes buch ist kein ratgeber, es entstand weil er neben den bühnenshows vorträge bei unternehmen hält, um sie im umgang mit der unsicherheit zu schulen, bzw. dass erfolg ist nicht planbar ist. Erfolgsratgeber handeln normalerweise nicht von leuten, die nicht erfolgreich sind. Auch brauchen wir gewisse unsicherheit, z.B. ist ein fussballspiel langweilig, wenn wir das ergebnis kennen. Prognosen sind sehr schwierig, wenn man schaut, was vor 100 jahren als grösstes zukunftsproblem identifiziert, ist es lustig – vor 100 jahren wurde vorausgesagt, das der abtransport von pferdemist in den städten das grösste problem sein werde.

vince ebertVolker küpfel und michael kobr hatten wir schon vor einigen jahren gesehen, heute stellen sie ihren neuen roman vor, bei dem es um reiseerinneungen aus den 80ern geht. Die bilder von vollgepackten autos und langen fahrten nach italien steigen auf. Ironisch nehmen sie die damaligen verhaltensweisen aufs korn.

italiennostalgieHerr schorlemmer schreibt wahrscheinlich jedes jahr ein buch, dass er auch immer an die buchmesse kommen kann – dieses jahr ist es nicht ganz fertig geworden, daher der rote ordner auf dem tisch. Er bringt nochmals luthers hauptbotschaft, dass jeder in seinem tun zur Gemeinschaft beiträgt, nicht nur die Kardinäle. Er bewundert am papst, dass er nicht den glauben in den Mittelpunkt setzt, sondern die Barmherzigkeit. Er zeigt dies auch mit seinen symbolischen taten.

schorlemmerNach einem kurzen stop im hotel und taschenfüllen bei bagel brothers machten wir uns auf den weg ins neue rathaus zur litpop.
Die erste lesung geossen wir im ratsplenarsaal. Robert gold liest aus seinem roman.

robert goldDie pause nutzten wir, um in den stadtverordneten saal zu wechseln, das Programm war vielseitig: Mo asumang liest aus ihrem buch, wo sie ihre Begegnungen mit nazis beschreibt. ihre Erkenntnis ist, dass sie sich nicht provozieren lassen will, denn es sei die Strategie von nazis, das gegenüber wütend zu machen um dann so richtig zuzuschlagen. Sarah waterfeld hatten wir ja schon in der L3 gesehen und sie las nochmals die gleichen passagen. Wer uns besonders beeindruckte, war jan-philipp zimny. Wir kennen ihnnvon den poetry slams und genossen seine drei texte mit den erläuterungen dazu.

Jan-philippPatrick salmen sei vor allem für ein „bart-video“ bekannt und wir haben ihn schon an der L3 gesehen. Doch da waren wir schon so müde, dass es schön war, den text nochmals zu hören. Das lied „hallo lieblingsmensch“ scheint wirklich allen auf die nerven zu gehen. Uns sagte der name michael nast überhaupt nichts, aber anscheinend hat er lesungen mit 1600 personen – mit seinem buch „generation beziehungsunfähig“. Und es war extrem voll im saal – wir waren einmal mehr bestärkt in unserer strategie, früh anzukommen, sich einen saal auszusuchen und dann sitzenbleiben. Doch irgendwie sprang bei uns der funke nicht über. Die themen waren zwar mehr oder weniger aktuell, doch eher banal und teilweise etwas zu langatmig – da gefielen uns die spritzigen texte der vorredner doch etwas besser.

michael nastPaul bukowski kennen wir von den vorjahren. Bei seinem text „in drei zügen schachmatt“ erhält man tips, wie man ein abteil im zug platz findet. lars niedereichholz ist eine hälfte von mundstuhl, er stellt sein neues buch vor, welches im jahr 1986 spielt. spannend, aber hinterliess keinen buchleswunsch.

lesungDie konzerte im festsaal waren mit kelvin jones und Philipp dittmeyer eher von der ruhigeren sorte, doch passten gut ins konzept.

kelvin jonesAnschliessend gabs noch einen absacker in der oberen wandelhalle, erstmal war die galerie offen, so dass wir neue Perspektiven gewannen. markus kavka überzeugte als dj, doch wir waren dann doch kaputt und gingen richtung hotel.

kavka